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2.40 Epilog

(Martin J. Lindert)

Ort: Ein grosser, dunkler Saal

Zeit: letzte Woche um acht

(Die Buehne ist von einem schweren Vorhang verdeckt, der von einem einzigen Scheinwerfer angestrahlt wird. Aus dem Publikum hoert man gespanntes Gemurmel und hin und wieder Stuehleruecken. Vereinzelt kommen noch Personen herein und werden von Saalordnern an ihre Plaetze geleitet.)

(Ein Gong ertoent, die Ordner schliessen die Eingangtueren und der Buehnenscheinwerfer erlischt. Fuer einen Moment herrscht Totenstille im Saal.)

(Leise setzt Musik ein. Nach ein paar Takten erkennt es jeder: es ist das beruehmte ``Also sprach Zarathustra''. Als die Trompeten ihren Lautstaerke steigern, rinnt jedem ein Schauer der Ehrfurcht vor der Erhabenheit des Themas ueber den Ruecken. Und dann, mitten im ersten Paukenwirbel, ertoent eine Stimme.)

Stimme: Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Freunde...

(Das Orchester spielt weiter, langsam oeffnet sich der Vorhang und die Scheinwerfer werden heller. Und als der zweite Paukenwirbel gespielt wird, ertoent wieder die Stimme.)

Stimme: wir praesentieren Ihnen heute in der Newsgroup de.rec.sf.Babylon5...

(Als die Trompeten ihren schmetternden Hoehepunkt erreichen, oeffnet sich der Vorhang vollstaendig und man erkennt im Buehnenhintergrund in grossen freundlichen Buchstaben den Schriftzug)

Baby-lon5 Die Parodie

Publikum: (begeisterter Applaus)

(Die Scheinwerfer verloeschen und der Schriftzug glitzert wie ein Sternenhimmel. Ein rosafarbener Spot beleuchtet den linken Buehnenrand, wo eine Gestalt erscheint. Es ist ein junger Mann, gekleidet in einem schwarzen Smoking mit weissem Hemd und schwarzer Fliege. Er hat sich einen weissen Schal so um den Nacken gelegt, dass die Enden rechts und links auf sein Jacket herunterhaengen. Er geht zur Buehnenmitte an ein Mikrofon.)

junger Mann: (mit unueberhoerbarem, starkem oesterreichischen Akzent) Gut'n Ob'nd, ssaehrr verraehrte Dom'n und Herrn. Mein Nomae iist Oliver Gerler. Iich biin heuer Ihr Goostgaeb'rr.

Publikum: (hoeflicher Applaus)

Oliver: Donke, ssaehr frreundliich, donke. Iich frreue miich, doss Sie heuer so zohlrreich errschiienen ssind. Iich begrruesse auch die Zusseher von ISDN, die heuer zum aerst'n Mol die Meglichkeit hoben, diesser Veeronstaltung laive beizuwohn'n.

Publikum (hoeflicher Applaus)

Oliver: (fuer die Leser noerdlich des Weisswurschtaequators folgt nun zum besseren Verstaendnis eine sinngemaesse Uebersetzung) Danke, danke. Wie jedes Jahr, so geht auch diesmal der Erloes unserer Veranstaltung an eine wohltaetige Organisation. Die Veranstalter haben beschlossen, die OzVvgV (Organisation zur Verteilung von gruenen Vorlonen) zu unterstuetzen.

Publikum: (lauter Applaus)

Oliver: Danke, danke. Doch nun genug der Vorreden. (macht eine kurze Pause) Meine Damen und Herren, (er gibt seiner Stimme einen dramatischen Unterton) Die Babylon-Newsgroup war unsere einzige und letzte Hoffnung auf Diskussion. Diese Hoffnung scheiterte. In dem Jahr, in dem der Krieg gegen die Spammer begann, wurde das Projekt zu etwas Groesserem -- unsere einzige und letzte Hoffnung auf (hier reisst er seine Arme hoch, deutet auf den Schriftzug im Hintergrund und schreit) DIE PARODIE!!!

Publikum: (langanhaltender, frenetischer Applaus, zustimmende Pfiffe)

Oliver: (strahlt ueber alle vier Backen, verbeugt sich immer wieder) Danke, danke, Sie sind zu freundlich, danke. (wartet, bis sich der Applaus gelegt hat) Meine Damen und Herren (seine Stimme hat jetzt einen sensationellen Unterton), es ist uns gelungen zum ersten Mal die Macher DER PARODIE (seine Stimme kippt fast ueber) auf einer Buehne zu versammeln.

Publikum: (tosender Applaus, begeisterte Rufe)

Oliver: Und damit nicht genug! Wir vergeben heute den Publikumspreis fuer das Gesamtwerk DER PARODIE!

Publikum: (tosender Applaus)

Oliver: Ich habe nun die grosse Ehre und das Vergnuegen, Ihnen den Initiator DER PARODIE vorzustellen. Begruessen Sie mit mir den Verschliesser des Sommerlochs und den Kaempfer gegen das Mittwinterloch (mit einer weitausholenden Bewegung deutet er zum rechten Buehnenrand. Der rosafarbene Spot fliegt von ihm weg und folgt der Richtung seines Arms) DIETMAR ALTHAUS!!!

Publikum: (tosender Applaus, begeisterte Rufe) DIETMAR, DIETMAR, DIETMAR!!! (rythmisches Klatschen)

(Am rechten Buehnenrand geschieht jedoch nichts. Als die Rufe leiser werden, hoert man Olivers Stimme von der dunklen Buehne.)

Oliver: Nun, eigentlich ist Dietmar nicht besonders schuechtern. (Gelaechter aus dem Publikum) Vielleicht kann mir die Regie...

(In dem Moment bewegt sich der Vorhang und ein Rollstuhl wird auf die Buehne geschoben. Die Gestalt im Rollstuhl ist nicht gut zu erkennen, weil ihr Kopf teilweise dick verbunden ist. Sie wird von zwei seeeeehr blonden Krankenschwestern in seeeeehr kurzen Kitteln, mit seeeeehr hohen Pumps und verdaaaaaammt groooooossen Oberweiten begleitet.)

Publikum: (leichte Unruhe, leises Getuschel)

(Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass eine Blondine unter ihrer Schwesterntracht einen roten Badeanzug traegt und die andere nicht ganz blond ist. Man koennte sie eher als dunkelste Blondine des bekannten Universums bezeichnen. Als die drei auf der Buehne bei Oliver angekommen sind, beugt dieser sich zu der Gestalt im Rollstuhl herunter.)

Oliver: Mensch, Dietmar! Was ist denn mit Ihnen passiert?

Dietmar: (verwirrter Blick) Hae?

dunkle Blondine: Oh, ihn ist uebel mitgespielt wurden. Er hat ein Schlag auf dem Kopf gehabt. Aber bei Hilfe von unsere Pflege (faehrt sich mit der Zunge langsam ueber die vollen roten Lippen) geht es ihn schon besser.

blonde Blondine: (reibt sich lasziv an Dietmars Rollstuhl und umkreist mit ihrer Zunge sein Ohr)

Dietmar: (murmelt) Muellbari Meditationsriten... Kampfstab... ja, ja...

blonde Blondine: (macht stossende Bewegungen mit dem Unterleib)

Oliver: Nun, das ist sehr bedauerlich. Wir wuenschen Ihnen gute Besserung, Dietmar, was bei diesen reizenden Schwestern sicher eine Freude ist...

Publikum: (begeisterter Applaus)

Oliver: und hier ist Ihre Auszeichnung: ein Muellbari Kampfstab umflochten mit rosa Satain-Unterwaesche.

Publikum: (zustimmender Applaus)

(Die dunkle Blondine nimmt den Preis mit einem kleinen Knicks an.)

dunkle Blondine: In Namen von Dietmar moechte ich den Publikum danken fuer diese wunderschoenen Preis. Wir werden mit den Kampfstab noch viel Freuden haben.

(Fuer einen kurzen Moment ist Dietmar ganz klar und guckt entsetzt auf den Preis und seine Begleiterinnen. Er versucht sich aus dem Rollstuhl aufzurichten und zu fliehen, aber die blonde Blondine ist schneller. Mit einem routinierten Griff wirft sie ihn zu Boden, kniet neben ihm und fuehrt unter Anfeuerungsrufen des Publikums eine fachgerechte Mund-zu-Mund Beatmung durch. Nach kurzer Gegenwehr gibt sich Dietmar wieder der Gnade der Vergessens hin. Seine Pflegerinnen setzten ihn zurueck in den Stuhl und die Drei verlassen unter dem Applaus des Publikums die Buehne.)

Oliver: (blickt den Dreien versonnen nach) Eine traurige Angelegenheit, meine Damen und Herren. Es trifft immer die Besten. (macht eine Pause und schaut pruefend in Richtung Publikum. Gibt sich einen Ruck) Und nun begruessen Sie mit mir drei begnadete Kuenstler der Tastatur, die uns mit ihren geistigen Erguessen ein ums andere Mal zu ausgiebigen Heiterkeitsausbruechen veranlasst haben: (wieder fliegt sein Arm in Richtung rechte Buehnenseite, wieder folgt der rosa Spot seiner Geste und wieder hebt Oliver seine Stimme, als er die Namen ins Publikum ruft) ANDRE CANIS, DIRK KAMP und MARCO MAISENHELDER!!!

Publikum: (tosender, frenetischer Applaus, begeisterte Schreie und Pfiffe)

(Blumen, Teddybaeren, Aktfotos, Reizwaesche und Kondome fliegen auf die Buehne. Einige junge Damen brechen in Traenen aus, noch mehr fallen in Ohnmacht. Eine Seitentuer des Saals oeffnet sich und einige Ordner stuermt herein. Sie greifen die bedauernswerten Damen, werfen sie sich gekonnt ueber die Schulter und verlassen schnell den Saal. (Am naechsten Tag meldet sich ein gewissen Fuchs Mulda bei der oertlichen Polizeistation und gibt an, seine Schwester sei bei dieser Gelegenheit von Ausserirdischen entfuehrt worden. Ein kurzes aber eindringliches Gespraech mit dem Polizeipsychologen ergibt, dass Mulda in Wahrheit Dieter Duschkoppnik heisst und unter der Wahnvorstellung leidet, ein FBI Agent zu sein, der raetselhaften Phaenomenen nachgeht und deswegen von seinen Vorgesetzten schikaniert wird. Als die oertliche Presse von dieser Geschichte erfaehrt, gibt es einige haemische Berichte ueber Duschkoppnik, die u.a. der bis dahin voellig unbekannte Regisseur Piss Marter liest, was ihn veranlasst, eine Fernsehserie zu entwerfen, in der ein FBI Agent mysterioese Kriminalfaelle loest, die auf der ganzen Welt zu einer Welle von Fernsehkrimis mit mysterioesen Vorkommnisssen fuehrt, die aber alle nicht an des Niveau von Marters heranreichen, der mit seiner Serie ohne Ende Preise absahnt. Aber das ist eine ganz andere Geschichte und soll hier nicht weiter eroertert werden.)

(Gleichzeitig betreten Andre und Dirk die Buehne. Sie sind in elegante weisse Satain-Anzuege gekleidet. Es gibt einigen Aufruhr hinter dem Vorhang, bis Marco mit zerzausten Haaren, verrutschtem Jacket und etlichen Lippenstiftflecken im Gesicht erscheint. Sie schlendern zusammen zur Buehnemitte, Andre gibt ein Zeichen und Musik ertoent. Es handelt sich um ``You're My Heart, You're My Soul'' von Modern Talking, was eine Reihe junger Damen im Publikum in ohrenbetaeubendes Kreischen ausbrechen laesst. Die drei bewegen sich erst langsam synchron im Takt der Musik und legen dann eine Choreographie hin, die Nurejew, Pina Bausch, Kati Witt und saemtliche Boygroups der Galaxis in schwersten Depressionen stuerzt. Niemals zuvor hat man eine derartige Eleganz der Bewegungen, solch kraftvolle Spruenge und eine derart perfekte taenzerische Harmonie gesehen.)

Publikum: (unbeschreiblicher Jubel, begeisterte Schreie und Pfiffe)

(Am Ende ihrer Vorstellung vollfuehren die drei einen verschraubten Doppellurker mit eingedrehter Armbiege, reissen sich noch in der Luft Jacket und Hemd vom Koerper (was die Ohnmachts- und Kreischrate unter den jungen Damen in schwindelerregende Hoehe treibt) und landen mit einem angeschnittenen Halswuerger auf der Buehne.)

Publikum: (kann sich kaum beruhigen vor Begeisterung)

Andre, Dirk, Marco: (verbeugen sich ohne Ende)

Oliver: (nachdem es etwas ruhiger geworden ist) Das war ja phan-tas-tisch!!! Wo habt ihr denn das gelernt?

Andre: (laechelt duenn) Na ja, nach Rekonfigurierung der Phasenemitter unter Zuhilfenahme von Plasmainjektoren ...

Dirk: (schmunzelt) nicht zu vergessen die Modifikationen an den Sensorenspulen der Transpositionsschematik ...

Marco: (grinst) und die Rekalibrierung der Feldspulenprojektoren an der Computerphalanx ...

Andre: sowie einer heissen Dusche...

Dirk: haben wir beschlossen, uns in Leibesertuechtigung zu ueben...

Marco: und haben ein paar Tage in der Turnhalle des oertlichen Maedchengymnasiums verbracht.

(Die letzten jungen Damen brechen in nicht mehr ganz so ohrenbetaeubendes Kreischen aus, was unserer Helden zu breitem Grinsen und Winken ins Auditorium veranlasst.)

junge Damen: (kreisch, schrei, heul) ANDRE, DIRK, MARCO!!!

Oliver: (mit offenem Mund) aeaeaeh... ja... Und dabei habt ihr so toll tanzen gelernt?

Andre: (grinst noch breiter) Noe, das konnten wir schon vorher.

Oliver: (sichtlich verwirrt) Ja, aber... aehm, hm, ja also, wo war ich? (kratzt sich am Kopf) Ja nun,... wollt ihr noch eine zweite Karriere als Boygroup starten?

junge Damen: (kreisch, schrei, heul) ANDRE, DIRK, MARCO!!!

Dirk: (grinst verdammt breit) Noe, dazu lieben wir das Arbeiten an DER PARODIE viel zu sehr.

Publikum: (tosender Applaus, begeisterte Pfiffe)

Marco: Ja genau! Was ist schon schnoeder Mammon! Die Liebe unseres Publikums ist nicht in Geld aufzuwiegen.

Publikum: (unbeschreiblicher Jubel, begeisterte Schreie und Pfiffe)

Oliver: (freudestrahlend) Meine Damen und Herren! Sind das nicht sympatische junge Maenner?

Publikum: (tosender Applaus)

junge Damen: (kreisch, heul, schrei)

Oliver: Als Dank fuer Euren unermuedlichen Einsatz fuer DIE PARODIE darf ich euch nun eure Preise ueberreichen: Muellbari Kampfstaebe fuer jeden, umwickelt mit (schnuppert ueberrascht) getragener rosa Satain-Unterwaesche.

Publikum: (donnernder Applaus)

Oliver: Dazu gibt es fuer jeden noch eine Ration feinsten Schweizer Kaese.

(Im Publikum schreit eine Frau auf.)

Frauenstimme: (hysterisch) KAESE! SCHWEIZER KAESE!

Publikum: (unwilliges Gemurmel)

Oliver: (dreht sich zum Publikum, guckt seeeehr streng) Bitte, gnaedige Frau, reissen Sie sich zusammen! Stoeren Sie diesen wuerdevollen Augenblick nicht durch Ihre niederen Triebe!!!

Frauenstimme: ICH TUE ALLES FUER SCHWEIZER KAESE!!!

Marco: Ach ja? (grinst luestern) Kommen Sie doch in meine Garderobe. Da koennen wir uns in aller Ruhe unterhalten. (zu Oliver gewand) Wir sind hier fertig, oder? Ich darf mich dann verabschieden. Sie verstehen, man muss jederzeit fuer seine Fans da sein. (greift sich einen Kampfstab und verlaesst schnell die Buehne)

Oliver: (etwas verwirrt) Tja... nun... Vielen Dank noch mal, dass ihr gekommen seid und beglueckt uns bitte weiterhin mit solch herrlichen Geschichten.

(Dirk und Andre verbeugen sich und gehen unter dem Applaus des Publikums winkend von der Buehne.)

Oliver: (wartet bis sich das Publikum wieder beruhigt hat) Und nun kommen wir zum Hoehepunkt des Abends! Meine sehr verehrten Damen und Herren, (breitet die Arme schwungvoll aus) ich habe die Ehre und das grosse Vergnuegen, Ihnen den Meister DER PARODIE praesentieren zu duerfen. (die Scheinwerfer verloeschen. Olivers Stimme toent von der dunklen Buehne wie Donnerhall) Bitte begruessen Sie mit mir den Unermuedlichen, den Fleissigen, den Foerderer des Frohsinns, den Liebling der Musen, den Einzigartigen, den Wunderbaren... (seine Stimme uebeschlaegt sich) Meine Damen und Herren, den ganzen weiten Weg von uni-muenster.de , heute hier bei uns auf der Buehne: ARNDT DOERING!!!!!

(Die nun folgenden Szenen sind schier unglaublich, das Publikum rastet voellig aus: Maenner verlassen ihre Frauen, Muetter verlassen ihre Kinder, alles draengt in einer riesigen Woge nach vorne zur Buehne. Selbst hartgesottene Typen mit Verbrechervisagen koennen sich ein paar Freudentraenen nicht verkneifen. ueber allem liegt ein ohrenbetaeubendes Schreien, Heulen und Bruellen. (Zwei Wochen spaeter meldet sich eine gewisse Samanda Mulda bei der oertlichen Polizei und behauptet, bei dieser Gelegenheit von Ausserirdischen entfuehrt und zu suendigen Videoaufnahmen genoetigt worden zu sein. Fuer die nationale Sex 'n' Crime-Presse ist das natuerlich ein gefundenes Fressen und sie berichtet mit dicken schwarzen Schlagzeilen ueber das Martyrium der jungen Frau und die dabei entstandenen Videos, was den Absatz dieser Machwerke in schwindelerregende Hoeehen treibt und die bedauernswerte junge Dame zur Heldin pickeliger Juenglinge und fetter, alter Maenner mit Hormonstoerungen macht. Genauere Untersuchungen ergeben wenige Tage spaeter, dass die Frau in Wahrheit Tolly Puster heisst und mit dieser Aktion nur fuer ihre billigen Heimvideos werben wollte, um durch den Verkauf genug Geld zusammenzukriegen, damit sie sich ihre ziemlich unterentwickelte Oberweite enorm vergroessern lassen kann. Aber das ist eine weitere Geschichte, die zwar sehr anregend ist und in der ausserdem noch mehrere abgebrochenen Deutschkurse, verschiedene Schmutz- und Schmuddel-Regisseure sowie noch mehr pickelige Juengling und fette, alte Maenner mit Hormonstoerungen vorkommen, was aber gar nicht hier her gehoert.)

(Unter dem Laerm des Publikums betritt eine Gestalt in einer langen dunkel Kutte die Buehne. Ihr Gesicht ist unter tief unter einer Kaputze verborgen. Sie geht, nein, sie schwebt auf Oliver zu, der mit offenem Mund dasteht. Dort angekommen, nimmt sie mit einer geschmeidigen Bewegung die Kaputze ab (man erkennt, dass es tatsaechlich Arndt ist), dreht sich zum Publikum um und macht eine kleine Geste mit der rechten Hand. Sofort herrscht absolute Ruhe im Saal.)

Oliver: (murmelt) Mensch, Arndt, wie haben Sie denn das gemacht? Ich dachte, die hoeren nie wieder auf zu toben.

Arndt: (murmelt mit einem feinen Laecheln auf den Lippen) Unterschaetze nie die Staerke der Macht. (laechelt etwas mehr) Der Geist einfacher Menschen ist leicht zu beeinflussen.

Oliver: (immer noch murmelnd) Beeindruckend, seeehr beeindruckend. (mit normaler Stimme) Meine Damen und Herren, dieser einfach gekleidete Mann hier neben mir ist, ja man kann es nicht anders ausdruecken, das Gehirn DER PARODIE. Unter seiner weisen Fuehrung entwickelte sie sich zu dem, was wir heute alle kennen und lieben: eine einmalige Sammlung von Anekdoten, humoristischen Einlagen, spannenden Erzaehlungen und tiefen Einblicken in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Baby-lon Projektes, die so wohl nirgendwo anders auf der Welt geschrieben werden koennnen.

Publikum: (donnernder Applaus)

(Mancher hat Traenen der Ruehrung in den Augen. Vereinzelt sieht man Schilder und Transparente mit der Aufschrift ``Meister, gibt uns ein Zeichen'' oder ``Arndt, ich hab' Dich lieb''.)

Arndt: (laechelt duenn) Danke, Oliver, Sie sind zu freundlich. Ich habe mich bei meiner Arbeit einfach nur bemueht, etwas von der Begeisterung, die mich fuer dieses und aehnliche Projekte ergriffen hat, an die Leser weiterzugeben. Wie mir die Reaktionen hier im Saal und die unzaehligen Briefe aus aller Welt zeigen, ist mir dies recht gut gelungen.

Oliver: (mit wildem Kopfnicken) Das kann man wohl sagen!

Publikum: (zustimmender Applaus, begeisterte Rufe)

Oliver: (mit strahlendem Gesicht) Arndt, auch Ihnen moechte ich den Publikumspreis ueberreichen... einen Muellbari Kampfstab ... (murmelt verduzt) nicht mit rosa Satain-Unterwaesche umwickelt?!?!?

Arndt: (nimmt den Stab entgegen und begutachtet ihn kurz. Dabei wird sein Laecheln sehr breit) Nun, Oliver, dies hier sieht zwar aus wie ein Muellbari Kampfstab, ist aber (drueckt auf die Seite des Stabes, ein Zischen ertoent und ploetzlich schiesst summend eine rote Flamme hervor.) ein echtes Jedi Schwert.

Publikum: (beeindruckt) Ooohh!!! Aaaaahhh!!!

Oliver: Koennen Sie uns etwas mit diesem Schwert demonstrieren?

Arndt: Gerne. Duerfte ich bitten, das Licht runter zu drehen.

(Die Scheinwerfen gehen einer nach dem anderen aus, bis Arndt nur noch von einem einzigen Spot beleuchtet wird. Er haelt das Laserschwert vor sich, schliesst seine Augen und atmet tief durch. Ploetzlich vollfuehrt er einige atemberaubende Drehungen und Spruenge und laesst dabei das Schwert ueber, neben und unter sich herumkreisen.)

Publikum: (schwer beeindruckt) Ooohh!!! Aaaaahhh!!!

(Er wirbelt hin und her, auf und ab, immer schneller werden seine Bewegungen und ploetzlich erscheint wie von Geisterhand ein Schriftzug in der Luft: ``Moegen die Propheten mit Euch sein''.)

Publikum: (tosender Applaus) MEISTER, MEISTER, MEISTER!!!!

Arndt (mit Traenen in den Augen) Danke, danke. Ich weiss gar nicht, was ich sagen soll. Sie sind so freundlich, danke...

Oliver: (begeistert) Vielen Dank, Arndt. Das war einfach um-wer-fend!!!

(Arndt laechelt, verneigt und gleitet von der Buehne.)

Publikum: (ohrenbetaeubender Applaus)

Oliver: (nachdem sich der Laerm gelegt hat) Meine Damen und Herren, das kann man wirklich nicht ueberbieten, (breitet die Arme weit aus) das ist einzigartig, das gibt es nur hier bei uns in (schreit) DE.REC.SF.BABYLON5!!!!!

Publikum: (begeisterter Applaus)

Oliver: Danke, danke. Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen fuer Ihre Aufmerksamkeit und die Zuneigung, die Sie unseren Helden entgegengebracht haben...

Publikum: (freundlicher Applaus)

Oliver: ... danke. Damit sind wir am Ende unserer Show angelangt. Ich hoffe, Sie hatten soviel Spass wie ich und wuensche Ihnen noch einen schoenen Abend. (Er haelt einen Moment inne, sein Gesicht wird ernst) Alles wird gut...


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