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2.29 Wirr sucht Hilfe

(Arndt Doering)

Ort: Sicherheitszentrale

Zeit: Ein Tag spaeter

(Sherrydan tritt ein.)

Sherrydan: Junge, das ist ja alles blitzblank hier. Und so aufgeraeumt.

Gariboldi: Ich habe neuerdings eine...aeeeeh...Hilfe beim Saubermachen.

Sherrydan: Bei Ihnen hat sich in letzter Zeit sehr viel veraendert. Eine neue Informantin, mit der Sie viel Zeit verbringen, jetzt diese Putzhilfe; ich muss schon sagen...

(Gariboldi weird knallrot. Da ploetzlich wird von draussen an die Tuer gehaemmert.)

Stimmen: Hilfe!!! Ich will rein! Chief, verhaften Sie mich!

(Gariboldi oeffnet die Tuer. Vor ihm stehen drei der auf der Station meistgesuchten Verbrecher. Sie werfen sich vor dem erstaunten Chief auf die Knie und betteln um eine Verhaftung.)

Gariboldi: Was ist denn jetzt los? Seit einem Jahr bin ich hinter euch her, und jetzt kommt ihr *freiwillig*?

Verbrecher 1 (in den Gang blickend): O mein Gott! Da kommen sie! Schnell, lassen Sie uns rein!

(Gariboldi beugt sich hinaus und sieht drei Mitglieder des NBS in Richtung seiner Zentrale gehen. Die Verbrecher haben diese Ablenkung genutzt und sich in die Zellen gefluechtet.)

Gariboldi: Was soll der Unfug?

Verbrecher 2: Wir bitten um Asyl.

Gariboldi (wird kreidebleich): Nein...ihr nicht auch...das geht nicht...fuer wie verkommen haltet ihr mich?

Verbrecher 3: Wir gestehen, was immer Sie wollen, Chief, aber liefern Sie uns nicht dem Bed-Squad aus!

Sherrydan: Ich sehe, Sie haben einen erfolgreichen Tag, Mister Gariboldi. Schreiben Sie einen Bericht und hinterlegen Sie ihn fuer mich in den ueblichen Bars. Ich lese ihn dann auf meiner Runde. (geht)

SCHNITT

Ort: Lumpis Quartier

Molinari: Ah, Wirr. Gut, dass du kommst. Ich moechte dir meinen neuen Geschaeftspartner vorstellen.

Wirr: Aber das ist ja Molten!

Molinari: Wie ueberaus scharfsinnig du heute wieder bist. Bitte, Mr. Molten, fahren Sie fort.

Molten (geschaeftsmaessig laechelnd): Wie bereits gesagt, beabsichtige ich, meine geschaeftlichen Taetigkeiten auszudehnen. Nach meinem riesigen Erfolg auf der Station und auf der Erde denke ich an eine Erschliessung des Marktes auf ZenDauri Schleim.

Molinari: Und welche Rolle soll ich dabei spielen? Soll ich ein gutes Wort fuer Sie bei der ZenDauri-Handelsbehoerde einlegen?

Molten: Das auch. Aber ich dachte eher daran, dass wir unsere Zioele kombinieren. Ich suche einen neuen Absatzmarkt, und Sie wollen Imperator werden.

Molinari: Sicher, aber wir brauchen bei uns kein Pulver. Unser neuer Imperator ist auch so schon durchgeknallt.

Molten: Und genau da kommen Sie ins Spiel, Lumpi. Ich habe fuer ZenDauri Schleim neue Produkte entworfen. Zum Beispiel ein spezielles Haargel, das auf Pulverbasis hergestellt wird. Bei regelmaessigem Gebrauch dringt die Pulversubstanz durch die Kopfhaut ins Gehirn und macht die Benutzer fuer suggestive Behandlungen zugaenglich.

Molinari (sich einen Aperetif eingiessend): Reden Sie weiter, das gefaellt mir.

Molten: Wir verhoekern das Zeug nur an die Oberschicht; der Kram ist natuerlich sauteuer, und wir werden einen Riesenreibach machen. Und nach einiger Zeit beginnen wir damit, die Konsumenten zu vertraulichen Kundengespraechen einzuladen.

Molinari (kichert): Ja, das hoert sich prima an.

Wirr: Lumpi! Das duerfen Sie nicht tun! Dieser Kerl hat Sie schon einmal fast ruiniert. Jetzt faengt er wieder an.

Molinari: Diesmal wird alles anders. Denn jetzt wirst *du* uns helfen. Du wirst in einigen Wochen nach Hause fliegen und den Markt sondieren. Spaeter wirst du die ersten Produkte an den Mann bringen. Als Attache bist du 'ne Niete, aber vielleicht taugst du ja was als Shampooverkaeufer.

(Lumpi und Molten kriegen sich nicht mehr ein; Wirr laeuft den Traenen nahe raus.)

SCHNITT

Ort: Sicherheitszentrale

Zeit: Eine halbe Stunde spaeter

Wirr (durch die Tuier stuermensd): Mr. Gariboldi! Gut, dass ich Sie hier treffe, ich habe Debilenn und den Captain niergends gefunden. Der Allianz droht neue Gefahr und...

(Gariboldi hoert gar nicht zu. Er sitzt in seinem Sessel mit dem Ruecken zu Tuer und scheint mit sich selbst zu reden. Ab und zu lacht er leise.)

Gariboldi: Aber nein. Du sollst doch nicht immer ``mein Brennstaebchen'' zu mir sagen.

(Wirr naehert sich langsam und sieht, wie Gariboldi einem Schlappen auf seinem Schoss zaertlich den Kopf krault. Mit einem heiserten Schrei weicht Wirr zurueck; Gariboldi schreckt hoch, der Schlappen will sich unsichtbar machen.)

Gariboldi (zum Schlappen): Nein, nicht noetig. Irgendwann musste es ja so kommen. Fiep, das ist Wirr; Wirr, das ist Fiep. Wir lieben uns.

Fiep (zaertlich) *fiep*

Wirr: Aber...das...nein...die Schatten des Imperiums...unmoeglich...

Gariboldi: Ich weiss, unsere Beziehung ist vielleicht etwas ungewoehnlich, aber wir stehen dazu. Und ich freue mich, dass Sie es als ein guter Freund als erster erfahren haben.

Wirr (nach Luft schnappend): Das koennen Sie nicht tun...unser aller Untergang... (stuermt hinaus)

Gariboldi (Fiep anguckend): Hmmm, vielleicut haetten wir es doch etwas langsamer angehen sollen.

Fiep: *klirr* *fiep*

SCHNITT

Ort: Sherrydans Buero

Wirr: Captain! Commander Sherrywalker! Endlich finde ich Sie! Etwas furchtbares ist passiert! Ich war bei Mr. Gariboldi im Buero und habe ihn erwischt, wie er einen Schlappen auf seinem Schoss streichelte.

Sherrydan: Tatsaechlich? Ich habe ja schon gehoert, dass manche Maenner auf Damenschuhe wild sind, aber auf Schlappen... Man lernt nie aus.

Wirr: Nein, nicht solche Schlappen. Ich meine *Schlappen*. Unsere Erzfeinde, die sich der dunklen Seite verschrieben haben, die das Universum ins Chaos stuerzen, die-

Sherrydan: Beruhigen Sie sich, Wirr. Bloss weil jemand ein inniges Verhaeltnis zu seinem Schlappen hat, bedeutet das noch lange nicht den Untergang des Universums. Als kleiner Junge konnte ich mich zum Beispiel nicht von meinem Teddy trennen. Meine Mutter wollte ihn schon wegschmeissen, als mein Vater aus Versehen eine Flasche Whisky druebergeschuettet hatte. Aber ich habe meinen Teddy behalten und mich noch lange jede Nacht an ihn gekuschelt. (lehnt sich grinsend zurueck und breitet die Arme aus) Und sehen Sie, was aus mir geworden ist!

(Wirr freht sich um und marschiert verzweifelt raus.)

Wirr: O Yoda, warum pruefst du mich so hart? Niemand versteht mich.

SCHNITT

Zeit: 2 Std. spaeter

Wirr: Fraeulein Alexander! Warten Sie! Ich muss Sie sprechen.

Alexander: Oh, hallo Wirr. Was gibt's denn?

Wirr (ausser Atem): Gut, dass ich Sie treffe, Leia. Ich habe schon versucht, mit dem Captain darueber zu reden, aber er versteht mich nicht. (flennt fast los.)

Alexander: Was ist denn?

Wirr (ganz aufgeregt): Mister Gariboldi...eine Katastrophe...die Schlappen...alles verloren...Vader...grosser Sieg...

Alexander (Wirr am Arm nehmend): Gaaaaanz ruhig. Wir gehen jetzt in mein Quartier und dort erzaehlen Sie mir alles in Ruhe.

Wirr: Aber ich dachte, wir gehen zu Botschafter Kotz.

Alexander: Nein, ich glaube, das ist keine gute Idee. Der neue Botschafter ist momentan etwas...seltsam. Wir sollten versuchen, das Problem alleine zu loesen. Ausserdem muss ich mich bei Ihnen ja noch fuer meine Rettung vor den Schlappen bedanken. Das war sehr mutig, Wirr.

Wirr (wird rot; total verlegen): Wirklich? Aber nein, das war doch nichts besonderes fuer einen Jodl-Ritter. Dazu bin ich doch da, huebsche Prinzessinen vor den Schatten des Imperiums zu retten....aeeeeh...ich meine...ich wollte sagen...

SCHNITT

Ort: Das Zooklo

(Gariboldi hat auf seiner Runde eine Pause eingelegt und sitzt mit einem Glas Wasser in der Hand an einem Tisch. Da steht auf einmal Molten neben ihm.)

Molten (hoeflich laechelnd): Darf ich mich setzen?

Gariboldi: Sicher, immer zu.

Molten (falsch laechelnd): Wie ich hoere, kann man Ihnen zu Ihrem Erfolg gegen gewisse *dunkle* und oft geradezu *unsichtbare* Elemente auf der Station gratulieren.

Gariboldi (sich stolz zuruecklehnend): Tjaaaaa, man tut, was man kann.

Molten (gefaehrlich laechelnd): Sie hatten ja einen besonders guten Informanten an der hand...

Gariboldi: Ja, Fiep...aeeeeh...die Informantin ist Gold wert. (grinst Molten an)

Molten (gemein laechelnd): Soso, Fiep. (sich vorbeugend und fluesternd) Und woher wollen Sie wissen, dass Fiep eine ``Sie'' ist?

(Molten laechelt haemisch und geht wortlos weg. Gariboldi starrt mit versteinertem Gesicht auf sein Wasserglas.)

SCHNITT

(Die Tuer von Lyddas Quartier oeffnet sich, und Wirr kommt mitr rotem Kopf und unordendlicher Kleidung herausgestolpert. Lydda ersacheint auf der Schwelle mit einer Zigarette im Mundwinkel.)

Alexander: Danke fuer den Tip mit Gariboldi. Und wenn du das naechstemal vorbeikommst, probieren wir Stufe vier aus.

(Wirr rollt mit den Augen und wird ohnmaechtig.)

SCHNITT

Ort: Vor Gariboldis Quartier

(Man hoert von innen undeutlich Gariboldis Stimme und seltsame Geraeusche.)

Gariboldi: Jaja, hier ist alles schoen sauber... Ja doch, ich finde es nett, dass du auch meine Rennmaschine gewartet hast, aber das tut hier nichts zur Sache! Hat Molten recht oder nicht?....Was soll das heissen: ``Ich kann alles sein, was du willst''? Ich will wissen, was du *wirklich* bist! Bist du nun ein maennliches Fiep oder ein weibliches?....Jetzt komm mir nicht mit: ``Ich bin *dein* Fiep''!...Und rueck mir gefaelligst nicht auf die Pelle, jedenfalls nicht, solange ich keine klare Antwort von dir habe....Nimm sofort diesen Arm von mir runter - und den - und den - und den....

SCHNITT


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