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1.22 Molinaris Frauen

(Arndt Doering)

Ort: Brauner Sektor, ganz, ganz tief unten

Zeit: Fuenf Stunden spaeter

(Zack haelt gerade einen Penner am Schlafittchen; neben ihm steht gelangweilt Bester.)

Bumm: Haben Sie Mr. Gariboldi gesehen? Wir suchen auch eine Frau, rothaarig, einssiebzig und eine Kaffeemaschine. Haben Sie die hier gesehen? (Der Penner schuettelt den Kopf. Zack wendet sich an Bester) Mr. Bester?

Bester: Was soll das? Seit fuenf Stunden muss ich hier die Gerhirne irgendwelcher Penner untersuchen. Ich erhole mich immer noch von dem Schock mit Sherrydan.

Bumm (ernst): *Rolf*?

Bester: Ich warne Sie! Treiben Sie's nicht zu weit.

(Zack konzentriert sich einen Augenblick und sieht dann Bester scharf an.)

Bester: Gehen Sie mit den Huehnern weg! Das ist seelische Grausamkeit! Also gut. Der Mann da sagt die...Unwahrheit??!

Bumm: Ha! Ich hab's gewusst! Ich habe ein Auge dafuer. Nicht umsonst bin ich Chief geworden. Also, du Halunke: Wo sind Gariboldi oder die Frau mit der Kaffeemaschine?

Penner (verstoert): Vor einer halben Stunde habe ich sie in diese Richtung da gehen sehen.(zeigt den Gang runter)

(Zack laesst den Mann los und stuermt mit Bester in die angegebene Richtung. Vor einem Vorhang hat sich eine kleine Menschenmenge versammelt. Hinter dem Vorhang sind seltsame Geraeusche zu hoeren. Ploetzlich blendet ein Blitz alle Umherstehenden. Zack reisst den Vorhang zur Seite.)

Bumm: Lydda! Da sind Sie ja! Wir haben uns schon Sorgen gemacht. Alles OK?

Alexander (Leicht benommen): Zack? Sind Sie das? Gut, dass Sie kommen. Ich glaube, es ist vorbei.

Bumm: Ist Kotz jetzt nicht mehr in der Kaffeemaschine?

Alexander: Nein. Er ist jetzt in *mir*.

Bumm: Ui. Das ist...toll. Kommen Sie, ich helfe Ihnen.

(Bumm fasst Lyddas Hand, zieht sie hoch und will dann einen Arm um ihre Hueften legen. Lydda haut ihm eine runter.)

Alexander: Oh, das tut mir leid! Das war ich nicht, das war...Kotz. Wenn er in mich eingedrungen ist, dann ist er immer so schrecklich eifersuechtig.

Bester (murmelnd): *Ich* bin eifersuechtig...ganz in sie eingedrungen...o Mann...fuer 10 Minuten mal ein P-20 sein....

(Die drei gehen in Richtung Aufzug.)

SCHNITT

Ort: Die geheime Zentrale

(Sherrydan geht nervoes auf und ab, Cool spielt laessig mit seiner Sonnenbrille und versucht Iiivanova zu beeindrucken, J'Gar sitzt entspannt auf seinem Stuhl, auch Lehnhier ist ruhig, Debilenn schaukelt mit apathischem Blick auf ihrem Stuhl herum und gibt von Zeit zu Zeit unzusammenhaengende Laute von sich.)

Sherrydan: OK. Genug getroedelt. Jetzt muessen Fakten her. Die Vorlonen haben sich zwar immer noch nicht gemeldet, aber wir muessen die Initiative ergreifen. Eigentlich ist ja Debilenn unsere Anfuehrerin...(alle sehen Debilenn an, die apathisch auf ihrem Stuhl schaukelt)...aber aus zwingenden Gruenden habe ich mich geopfert, die schwere Buerde des Anfuehrers zu tragen. In diesen schicksalsschweren Stunden -

(Die Tuer oeffnet sich. Lydda, Zack und Wirr kommen herein.)

Alle ausser Iiivanova: Wo ist Kotz?

Iiivanova: Wo ist meine Kaffeemaschine?

(Lydda wirft Iiivanova die Maschine zu. Iiivanova besieht sie sich von allen Seiten, oeffnet sie und schnueffelt skeptisch.)

Alexander: Ist was?

Iiivanova: Wehe, mein Kaffee schmeckt in Zukunft nach Kotz.

(Wirr betrachtet sich in der Zwischenzeit die vielen Bildschirme und Apparaturen. Als er beginnt, an ihnen herumzuspielen, wird er von einigen Technikern zum Konferenztisch geschleift und auf einen Stuhl gesetzt.)

Alexander: Ich habe gute Neuigkeiten. Kotz hat sich mit den Vorlonen in Verbindung gesetzt, und sie wollen sich mit unserer Flotte im Hyperraum treffen. Aber zuvor hat Chief Bumm noch etwas Wichtiges zu sagen.(laechelt Zack an)

Bumm (laechelt zurueck): Danke, Lydda. (wird wieder ernst) Ich habe hier eine Aufzeichnung unserer Ueberwachungskameras, die Sie sicherlich interessieren wird. Sie zeigt einen Mann, der vermutlich fuer die Gegenseite arbeitet.

(Zack steckt den Kristall ein. Der Bildschirm zeigt einen bestimmten Park zu einer bestimmten Zeit, in dem ein bestimmter Narn und ein bestimmter Mensch in einer bestimmten Situatition zu sehen sind. Alle Anwesenden geben einen ueberraschten Laut von sich.)

Bumm: Nanu, wie kommt denn meine Lieblingsszene dahin? Egal, es geht um diesen Mann dort.

(Ein Ausschnitt wird vergroessert. Er zeigt einen Mann mit einem gequaelten, ungluecklichen Gesicht. Dahinter ist leicht unscharf ein Narn mit einem begeisterten, gluecklichen Gesicht zu sehen. Alle sehen J'Gar an, der beschaemt zu Boden blickt.)

Bumm: Aeeeh, ich wollte eigentlich was anderes zeigen.

(Zack laesst die Aufzeichnung zuruecklaufen. Vor den Zuschauern werden in schneller und umgekehrter Reihenfolge mehrere bestimmte Situationen abgespielt. Schliesslich haelt das Bild an einer bestimmten Stelle an. Es zeigt Lumpi, Molten und Wirr im Gespraech.)

Sherrydan: Was? Lumpi arbeitet mit diesem Kerl zusammen? Das ist ungeheuerlich. (blickt Wirr an) Was hat dann dieser Spion in unserem total geheimen Hauptquartier zu suchen? Lydda, sind Sie bloed?

Alexander: Wirr gehoert jetzt zu uns. Er ist einer von Kotz' Agenten.

Sherrydan: Gut. (zu Wirr) Koennen Sie uns etwas ueber den Feind sagen?

(Wirr hat die meiste Zeit nicht aufgepasst und die Zentrale bestaunt. Jetzt schreckt er auf.)

Wirr: Was? Wie? Oh...aeh...das Ziel ist nur etwa zwei Meter gross, aber ein einzelner Treffer mit einem Protonentorpedo loest eine Kettenreaktion aus.

(Alle sehen sich fragend an.)

Wirr: Aeeeh, ich meine...die kleinsten von ihnen sind etwa zwei Meter gross und ein Treffer mit...aeh....

Sherrydan (resignierend): Sonst noch Vorschlaege?

Bumm: Vielleicht sollte ich noch weiter vorspulen. Kann sein, dass am Anfang noch wichtige Informationen sind.

Lehnhier (aufgeregt): Ich denke nicht, dass das notwendig ist. Wir haben alles erfahren, was wir wissen muessen.

(Zack spult vor. Nach (beziehungsweise vor) der Einblendung des Titels ``Molten und der rosa Raecher 2- Unheimliche Begegnung im Park'' erscheint Lehnhiers Gesicht mit einem schmierigen Grinsen auf den Lippen.)

Lehnhier: Willkommen bei LehnMuell-Entertainment, dem Versand fuer exklusive Erwachsenenunterhaltung. Sehen Sie nun nach dem grossen Erfolg des ersten Teiles hier die Fortsetzung des Kassenschlagers....

Debilenn (immer noch leicht in Trance): Aber das ist ja unglaublich. Eine Schande fuer alle Muellbari. Der sieht ja fast so aus wie du, Lehnhier. Ist das ein Verwandter von dir? Finde das sofort heraus und erstatte mir Bericht.

Lehnhier (erleichtert): Sofort, Debilenn. (will gehen)

Sherrydan: Nein, Sie kommen mit uns. In den naechsten schweren Stunden koennen wir nicht auf Sie verzichten.

(Alle gehen durch die Tuer.)

SCHNITT

Ort: Abflug- und Ankunftshalle

Zeit: Eine Stunde spaeter

(Debilenn, Lehnhier, Sherrydan und Cool stehen herum. Lumpi kommt angehetzt.)

Sherrydan (alarmiert): Botschafter Molinari, wohin so eilig?

Molinari: Eine Katastrophe! Ich habe eben erfahren, dass ein Raumschiff von ZenDauri-Prime eingetroffen ist - mit meinen Ehefrauen an Bord.

Lehnhier (traeumerisch): Stimmt, Sie ZenDauri leben ja polygam.

Molinari: Sie wollten schon zu meinem Geburtstag hier sein, aber der Streik der Sprungtorarbeiter auf ZenDauri hat sie bis jetzt aufgehalten. Es geht zu Ende mit der Republik. Ich habe es gerade noch geschafft, eine Sektion im Gaestetrakt reservieren zu lassen.

Sherrydan: Eine ganze Sektion? Wieviele Frauen kommen denn?

Molinari: Na, alle 33. Das ist ja das Schlimme.

(Man hoert einen dumpfen Aufschlag.)

Debilenn: Lehnhier, was hast du denn? Ist dir nicht gut? Komm wieder zu dir

(taetschelt Lehnhier die Wange)

Lehnhier (benommen): Schon gut, es geht wieder. (heuchlerisch) Die Sache mit den 33 Frauen war wohl doch etwas zu viel fuer meinen Verstand, der im Tempel geschult wurde. (steht auf)

Molinari: Ja, das kann einen ganz schoen umhauen. Ich musste mich auch erst einmal setzen, als ich die Nachricht von dem Besuch bekam.

Sherrydan: Ach, Botschafter. Das kann doch nicht so schlimm sein. Sie zeigen ihnen die Station, kaufen ihnen ein bisschen Schnickschnack im Souvenirladen und halten ein Geburtstags-Kaffeekraenzchen ab.

Molinari: Wenn's doch nur so einfach waere! Aber die Tradition verlangt, dass ich mich um alle 33 mit derselben Aufmerksamkeit kuemmere - auch was meine ehelichen Pflichten betrifft.

(Sherrydan verzieht mitleidig das Gesicht, Debil sieht Molinari an, als ueberlege sie, sich eine Glatze scheren zu lassen, Lehnhier grinst.)

Lehnhier: Botschafter Molinari, darf ich Ihnen im Namen der Voelkerfreundschaft mein Mitgefuehl aussprechen und Ihnen gleichzeitig meine Hilfe antragen?

Debilenn: Lehnhier! Das geht doch nicht!

Molinari: Das wuerden Sie wirklich tun? Das ist eine grosse Verantwortung, die Sie da uebernehmen. Und was Sie angeht, Botschafterin, so haben Sie unrecht. Laut Gesetz kann ich eine oder zwei Personen meines Vertrauens als Stellvertreter bestimmen, die die schwere Buerde mit mir teilen. Ich hatte schon an Wirr gedacht, aber...naja..Sie wissen ja, wie er ist...

Lehnhier: Es waere mir eine grosse Ehre, dem Botschafter der ZenDauri einen Gefallen zu erweisen.

Molinari: Nun gut, junger Mann. Ich bezweifle zwar, dass Sie wissen, worauf Sie sich da eingelassen haben - aber von mir aus...

(Die Tueren des Andocktunnels oeffnen sich. Eine Schar kreischender glatzkoepfiger Frauen jeden Alters kommt herausgestuerzt. Lumpi setzt sein bestes Laecheln auf und geht der Horde todesverachtend mit offenen Armen entgegen. Lehnhier folgt ihm.)

Sherrydan (verschwoererisch zu den anderen): Also los, es ist Zeit zu gehen.


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