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1.20 Molten im Medlab

(Dirk Kamp)

Ort: Sherrydans Quartier.

Zeit: Der naechste Morgen

(In Sherrydans Kopf ertoenen die Glocken von Jericho. Er wacht mit der unangenehmen Erkenntnis auf, am Abend zuvor etwas fuerchterlich falsch gemacht zu haben. Dabei hat er einen Geschmack auf der Zunge, als wenn er einen gut gefuellten Aschenbecher ausgeleckt haette.)

Sherrydan (Veraergert): Licht!

(Unmittelbar darauf wird er von gleissender Helligkeit geblendet.)

Sherrydan (Mit schmerzverzerrter Stimme): Dunkler, verdammt nochmal dunkler!

(Er oeffnet vorsichtig die Augen, als wieder dieser infernalische Krach ertoent. Sherrydan setzt sich in seinem Bett auf und drueckt seine Handflaechen gegen die Schlaefen.)

Sherrydan: Herein.

(Die Tuer oeffnet sich und Molten betritt den Raum.)

Molten (Salbungsvoll): Hallo Captain. Schoenes Quarie...

(Sein entsetzter Blick faellt auf das Chaos in dem Raum. Er will tief durchatmen, aber sein Brustkorb verkrampfte sich. Debilen hatte am vorigen Abend ihre Uraltbestaende vom Gruenen-Wollohnen hervorgekramt. Es war dann geschehen, was geschehen musste.)

Molten: (Um Fassung ringend) Ich meine schoenes, schoener ...hmmm schoen sauberer Aschenbecher.

(Erklaert er schliesslich und haelt das Teil demonstrativ hoch. Mit Unverstaendnis verfolgt er dann, wie sich Sherrydan ueber die Bettkante beugt und mehrere Male ausspuckt. Noch entsetzte ist er, als Sherrydan schliesslich aufsteht und zum Kuehlschrank hinueber wankt.)

Sherrydan (Geht einige Schritte und merkt dann, dass er keine Unterhose an hat.): Ach verdammt. Das passiert mir in letzter Zeit immer oefter.

(Sherrydan schaut sich in dem Raum um. Molten entdeckt die Unterhose zuerst und will sie Sherrydan hinueberreichen. Als er sie beruehrt, weicht er aber angewidert zurueck.)

Sherrydan: (Nimmt die Unterhosen mit spitzen Fingern auf): Hmm, das ist mir allerdings seit einiger Zeit nicht mehr passiert.

(Gesteht er nachdenklich und wankt zu einem Wandschrank, um sich frische Waesche zu besorgen. Waehrend er sich anzieht, schrubbt sich Molten in der Nasszelle die Haende. Als Molten zurueck kommt, sieht er, wie sich Sherrydan gerade ein Wollohnen-Weitzen einschenkt( Der gute bayrische Stoff ist leider der Blockade zum Opfer gefallen. ) Wie durch ein Wunder schafft er es, das Glas zu fuellen, ohne etwas zu verschuetten. Dann betrachtet er nachdenklich die aufsteigenden Gasblaeschen.)

Sherrydan: Wussten sie, dass diese angeberischen Wollohnen Sauerstoff erzeugende Hefe fuer den Gaerungsprozess verwenden?

(Molten schuettelt verneinend den Kopf.)

Sherrydan (Trinkt in einem Zug das halbe Glas aus): Ich habe das auch erst erfahren, als ich einmal vergessen hatte, den Joint aus dem Mundwinkel zu nehmen... Es hat mich damals beide Augenbrauen gekostet.

Schlappen#1: Klirr Los Schepper

Molten: Ach ja, was wollen sie?

Sherrydan (Kippt sich den Rest des Biers rein und gibt einen ausserirdischen Ruelpser ab.): Hmmpf, eigentlich wuerde ich mich gerne mit jemanden besaufen, der mehr als nur eine Stunde mithalten kann.

(Molten betrachtet Sherrydan, der sich nur mit Muehe auf den Beinen halten kann. Dann wirft er ihm ein ueberlegenes Laecheln zu.)

Molten: Kein Problem.

(48 Minuten spaeter hat sich Sherrydan gerade warm getrunken als Molten langsam unter der Kneipentisch gleitet.)

Sherrydan (Veraechtlich): Flasche.

(Er greift Moltens volles Glas und gibt sich dann beidhaendig die Kante. Der Wirt muss nur einen Knopf druecken, um die Sanis zu alarmieren.)

Zeit: Einige Stunden spaeter.

Ort: Krankenstation

(Moltens gesamter Oberkoerper schmerzt, als er langsam aufwacht. Er hat das dumpfe Gefuehl, dass irgend etwas absolut nicht stimmt.)

(Dr. Frankenstein tritt an sein Bett.)

Frankenstein: (Beeindruckt): Wow, ich haette nicht gedacht, dass sie das Ueberleben wuerden.

(Molten schlaegt die Bettdecke zurueck und schiebt sein Nachthemd hoch. Fassungslos betrachtet er die drei langen Wundnaehte, die ueber seinen Oberkoerper laufen. Die laengste Naht laeuft von seiner linken Schulter in einem grossen Bogen zu seiner linken Leiste. Die beiden kleineren Naehte zweigen von ihr ab und laufen zu seiner rechten Leiste und seiner rechten Schulter.)

Molten (Fassungslos): Das sind Autopsienarben!

Frankenstein (Veraergert): Ja, Ja, Operation - Obduktion. Haben sie sich noch nie verlesen wenn sie auf Speed waren? Immerhin habe ich noch rechtzeitig bemerkt, dass ihr Herz noch schlug. Ich habe dann wieder alles reingestopft und sie zugenaeht.

Molten: Arrrrglglgl...

Frankenstein (Versoehnlich): Jedenfalls ist ihre kleine Operation gut verlaufen.

Molten (Konsterniert): ``Operation?'' Welche Operation? Ich war doch nur stockbesoffen!

Frankenstein (Reisst die Augen auf): So..., was..., nun... Ich muss meinen Anwalt sprechen.

(Frankenstein laeuft aus dem Raum.)

Molten (Sehr, sehr sauer): Warum habt ihr mir nicht geholfen?

Schlappen#1: Boing, tja, tschong.

Molten (Panisch): Was meinst du mit 'nicht lebenswichtig'!?!

Schlappen#2: Kraeng, naja, pfummm.

Molten (Hysterisch): Wieso kann ich mich jetzt viel besser auf meine eigentliche Aufgabe konzentrieren!?!!!

(Zwei Sektoren weiter setzt Gariboldie gerade ein Werkzeug an die Versorgungsleitungen der Hauptspulen des Fusionsreaktors an. Er zoegert einen Moment, weil er glaubt eine langgezogenen Schrei zu hoeren. Schliesslich zuckt er mit den Schultern und faehrt fort.)

BOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOMMMMMM!!!!!!!!!!!


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