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1.17 Wirr greift ein

(Arndt Doering)

Ort: Botschafter Molinaris Quartier

Zeit: ca. eine Stunde nach dem Treffen im Garten

Molinari (giesst sich gerade nach): Aaaah, Wirr! Der Tag haette gar nicht besser beginnen koennen.

Wirr: Lumpi, warum hoeren Sie nie auf mich? Wir hatten doch ausgemacht, dass Sie den Kontakt zu diesem Molten abbrechen. Er ist gefaehrlich, er hat eine boese Aura.

Molinari: Wirr, ich muss dir wohl wieder ins Gewissen reden und dein Zimmer nochmal auf irdisches Propagandamaterial durchsuchen lassen. Demnaechst glaubst du noch an Raumschiffe ohne Steuerduesen und Roboter, die sprechen koennen. Wirr! Das ist Science Fiction, das ist Unfug!

Wirr: Vielleicht ist es Unsinn, aber glauben Sie mir, Molten benutzt Sie nur. Wenn Sie Ihre Schuldigkeit getan haben, wird man Sie fallen lassen.

Molinari (nachdenklich; nicht sehr ueberzeugend): Wirr, ich bin jetzt laenger in der Politik als du in diesem Universum. Ich kann Leute beurteilen. Glaubst du wirklich, dass ein Mann, der ein so nettes Laecheln hat, *boese* ist? Siehst du. Ich habe Nachforschungen betrieben, und es besteht ue-ber-haupt kein Grund, besorgt zu sein.

Wirr: Kein Grund, Botschafter?

Molinari: Nein. Es waere etwas anderes, wenn die Muellbari einen anderen Botschafter hier haetten. Aber Debilenn findet ohne Karte nicht mal den Weg vom Schlafzimmer in die Kueche, und ausserdem ist sie seit neuestem jeden Tag bekifft. Und Sherrydan - naja, er macht seinem Namen alle Ehre, hehe.

Wirr: Sie auch.

Molinari: Nicht frech werden, ja? Da drueben warten seit deiner Beinahe-Hochzeit noch ein paar Flecken im Teppich und an der Decke auf ihre Entfernung. Und denk' daran, wer den Schwiegereltern in spe den Schadensersatz gezahlt hat.

Wirr: Erinnern Sie mich nicht daran! Sie war meine erste und einzige Liebe. Ich weiss bis heute nicht, wie das mit dem Ring passieren konnte.

Molinari: Pah! Liebe. Sieh mich an. Ich habe 33 Mal geheiratet. Denkst du, aus *Liebe*?

Wirr: Lumpi, Sie tun mir leid. Ich weiss jetzt jedenfalls, was ich zu tun habe.

Molinari: Ja, geh nur. Raeume dein Zimmer auf.

SCHNITT

Ort: Der Gang zu Kotz' Quartier

(Wirr kommt den Gang entlanggeschlichen, dreht sich alle zehn Sekunden um. Dabei murmelt er staendig etwas von ``der Dunklen Seite'' und ``seinem Schatten, der auf uns faellt''. Schliesslich steht er vor der Schleusentuer. Er zieht sich eine Sauerstoffmaske ueber und klingelt.)

Wirr: Hallo? Ist jemand zu Hause? Botschafter Kotz? Hier ist Wirr, der Assistent von Botschafter Molinari. Hoeren Sie, es ist wichtig. (Die Schleuse oeffnet sich. Wirr stuermt hinein.) O Yoda, es kommen schwere Zeiten auf uns zu! Lumpi wird von den dunklem Maechten immer tiefer ins Verderben gezogen, und ich alleine bin zu schwach, ihn aufzuhalten.

Kotz: *Knirsch* *Bzzzz* Was schlaegst du vor?

Wirr: Lumpi sieht in Botschafterin Debilenn eine Gefahr und ist heilfroh, dass sie momentan Stammkundin bei Ihnen ist und sich nicht mehr auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren kann. Kotz, Sie duerfen ihr keine Puelverchen mehr geben!

Kotz: *Summm* Ich sehe, du hast den richtigen Weg eingeschlagen. Zur Belohnung werde ich dir ein Geschenk machen.

(Wie von Zauberhand erscheint ein Haufen Tueten mit gruenem Pulver.)

Wirr: Kotz, was soll das? Wollen Sie jetzt *mich* abhaengig machen?

Kotz: *Grrrpfff* Du wirst von jetzt an fuer mich arbeiten. Dazu ist es jedoch notwendig, einige Veraenderungen in deinem Neuralnetz vorzunehemen.

Wirr: Aber ich kenne mich mit dem Zeug ueberhaupt nicht aus. Wie nimmt man es ein, und in welcher Dosierung?

(Kotz' Anzug oeffnet sich. Er nimmt mit seinen Greifarmen eine Tuete, oeffnet sie und schuettet den Inhalt oben in die Anzugoeffnung. Wirr reisst eine Tuete auf, nimmt kurz die Maske ab und schluckt das Pulver.)

SCHNITT

(Wirr kommt aus dem Quartier. Er taumelt und macht dabei mit den Armen langsame Flugbewegungen.)

Wirr: Hier kommt Wirr, Grossadministrator der Galaxis und Bewahrer des Fuenften Elements. Senator Palpatine, ich komme! Hastalavista, Baby!

SCHNITT

Zeit: Eine Stunde spaeter

(Debilenn kommt selbigen Gang entlang. Alle paar Meter blickt sie auf einen Stationsplan(mit Patentfaltung). Die Karte ist total zerfleddert und zerfetzt.)

Debilenn: Verflixt! Auf welcher Seite ist jetzt wieder Quadrat H-11? (dreht den Plan in alle Richtungen, klappt Seiten auf und zu.) Ah, da. (steht ploetzlich vor der Schleuse) Na, wer sagt's denn? Und nur dreimal verlaufen. So eine Karte ist doch zu was nuetze. (klingelt) Kotz? Sind Sie da? Ich muss Sie dringend sprechen.

(Die Tuer offnet sich. Lydda kommt heraus. Sie wirkt etwas verwirrt.)

Alexander: Was wuenschen Sie?

Debilenn (zoegert): Es geht um meinen Vorrat an...

Alexander: Drogen.

Debilenn: Sie sind ja richtig taktlos. Oh, ich vergass: Sie sind ja Psychopathin.

Alexander: Sie haben letzte Woche erst Ihre Monatsration bekommen. Ich habe zwar keinen Schimmer von Muellbari-Anatomie, aber ich wuerde mir das Zeug nicht in diesem Tempo durch die Nase pfeifen.

Debilenn (pikiert): Ich habe diese Woche erst eine Tuete gehabt, als ich mit John...aber das tut hier nichts zur Sache. (Lydda grinst wissend.) Ich musste meinen Vorrat bei einer Sondermission opfern. Scannen Sie mich, dann wissen Sie, ob ich die Wahrheit sage.

Alexander: Tut mir leid, aber Botschafter Kotz ist momentan nicht zu sprechen.

Debilenn: Aber es ist wichtig!

Alexander: Dann macht es Ihnen ja nichts aus, morgen oder besser noch uebermorgen wiederzukommen.

Debilenn (bestuerzt): Uebermorgen? *aechz*

Alexander: Danke fuer Ihr Verstaendnis.

(Lydda dreht sich um und verschwindet in der Schleuse. Debilenn steht noch einige Zeit voellig benommen im Gang, schleicht dann aber zurueck.)

Debilenn: Bei Valens Kamm. Ich bin erledigt. Uebermorgen. Vielleicht sollte ich es zur Abwechslung mal mit *richtiger* Meditation probieren...


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