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1.15 Molten im Garten

(Arndt Doering)

Ort: Vor Debilenns Quartier

Zeit: Frueher Morgen (*sehr* frueher Morgen)

(Frankenstein kommt zu Debilenns Quartier. In der Tasche steckt der Datenkristall der Ueberwachungsanlage. Frankenstein klingelt.)

Debilenn (von drinnen): Herein.

(Frankenstein tritt ein. Debilenn und Sherrydan sitzen am Tisch, auf dem einige leere und halbleere Flaschen stehen.)

Frankenstein: Oh, ich wollte nicht stoeren.

Debilenn: *hicks* Sie stoeren nicht. Captain Sherry...dan gibt mir nur einige Einblicke in das kul-lu-turelle Leben der Menschen. Wir sind gerade bei den Getraenken angel-lll-langt. *hicks*

Sherrydan: Was is', Doc? Gibbes ein Problem?

Frankenstein: Heute nacht sind zwei Individuen in die Krankenstation eingedrungen. Ich habe alles auf dem Datenkristall aufgenommen. Die Bilder werden sie interessieren.

(Sherrydan will nach dem Kristall greifen, doch Frankenstein zieht die Hand zurueck.)

Frankenstein: Die Sache hat natuerlich ihren Preis...

Sherrydan: Was reden Sie da? Ich bin Ihr *schwank* Vorgesetzter. Ich kann Ihnen *befehlen*, mir den Kristall auszuh-hhh-aendigen.

Frankenstein (versucht, in seinem aufgeputschten Zustand, eine Unschuldsmine zu ziehen, was ihm aber nur schlecht gelingt): Kristall? Was fuer ein Kristall?

Debilenn: Was wollen Sie als Gegenleistung?

Frankenstein (holt aus seiner Tasche einen zerknitterten Zettel): 30 Tueten ``Gruener Vorlone'', 20 Paeckchen ``Dust'' und 10 Schachteln ``Jumpgate''..

Debilenn (schnappt nach Luft): Aber das ist alles, was ich habe!

(Debilenn sieht Sherrydan an, der nickt. Frankenstein atmet auf und gibt dem Captain den Kristall. Waehrend sich die beiden ueber das Wetter draussen und die Ergebnisse der letzten Boxkaempfe im Braunen Sektor unterhalten, geht Debilenn ins Badezimmer, wo sie einige Tueten aus dem Wasserkasten des Klos fischt und weitere Packungen aus verschiedenen Schraenken holt; es folgen noch mehrere Verstecke im Schlafzimmer, in der Kueche und unter diversen Teppichen. Schliesslich steht sie vor Frankenstein, die Arme ueberladen mit Tueten, Packungen und Roehrchen.)

Debilenn: Ich hoffe, die Informationen sind ihren Preis wert. *grummel*

(Frankenstein laesst die Sachen geschickt in seinem Aerztekittel verschwinden, nickt den beiden zu und geht. Sherrydan dreht nachdenklich den Kristall in der Hand.)

SCHNITT

Ort: Der grosse Garten

(Molinari schleicht durch die Gegend, sich immer wieder umguckend. Hinter einer Hecke sieht er Molten.)

Schlappen: *Rassel* *Klirr*

Molten: Ja, ich weiss, worum es geht. Lass mich nur machen.

(Molinari kommt auf Molten zu.)

Molten (sympathisch laechelnd): Botschafter Molinari! Schoen, dass Sie so frueh Zeit gefunden haben, mich zu treffen.

Molinari: Ja, es ist in der Tat ein ungewoehnlicher Zeitpunkt. Ich hoffe, es ist wichtig.

Molten: Es *ist* wichtig. Meine...Geschaeftspartner baten mich, mit Ihnen ueber unsere weitere Zusammenarbeit zu reden.

Molinari (nervoes): Nun, ich, aeh, ich bin ein vielbeschaeftigter Mann. Machen Sie's kurz, ich bin schon so gut wie weg.

Molten (laechelt hinterlistig): Ich fuerchte, Sie werden mir heute etwas mehr Zeit opfern muessen. Die Dinge sind in Bewegung geraten. Ich sagte doch damals zu Ihnen, dass wir eines Tages als Gegenleistung einen kleinen Gefallen von Ihnen erwarten. Nun - heute ist es soweit.

Molinari (hypernervoes): Mr. Molten, ich wuerde ja gerne noch weiter mit Ihnen plaudern, aber ich habe ganz vergessen, dass ich heute morgen einen ganz wichtigen Termin habe.

Molten (laechelt gefaehrlich): Lumpi, wir haben Ihnen geholfen, das Symbol der ZenDauri-Republik wiederzubeschaffen - das Grosse Osterei. Wir haben fuer Sie die Narnflotte so geschwaecht, dass Sie ohne Gegenwehr 'Nam kaputtbomben konnten. Sie sind am Hofe aufgestiegen, haben unerwartet noch einmal Karriere gemacht.

Molinari (windet sich): Jaja, aber im Moment passt es mir wirklich nicht in den Kram.

Molten: Dann geben Sie mir die bloede Glasklunker wieder! Und vergessen Sie nicht, in Ihrem naechsten Rapport Ihre untergeordnete Rolle in den Ereignissen der letzten Monate hervozuheben.

Molinari (am Boden zerstoert): Worum geht es?

Molten: Lumpi, die Angelegenheit ist wirklich wichtig. Wir stehen vor der grossen Entscheidung. Aber Sie muessen uns ein wenig helfen.

Molinari (alamiert): Was haben Sie vor?

Molten (fluestert): Meine Partner beabsichtigen, *es* zu schliessen.

Molinari: Grosser Schoepfer! Nein, das geht nicht! Das kann ich nicht!

Molten (laechelt nun wieder): Aber Lumpi, Sie brauchen es doch nicht selbst zu tun. Sie sollen uns nur helfen, unsere...Konkurrenten hier auf der Station zu schwaechen. Wider Erwarten scheinen der Captain und die Muellbari aus ihrem exzessivem Drogenkonsum Kraft zu schoepfen. Und genau hier kommen Sie ins Spiel...

(Beide unterhalten sich eine Weile; am Ende macht Molinari einen letzten Versuch.)

Molinari: Das klappt bestimmt nicht. Das geht mir alles zu schnell.

Molten (ungeduldig): Lumpi, daran sind unter anderem auch Sie indirekt schuld.

Molinari: Iiich?

Molten: Ihr Assistent, dieser Trottel Wirr, scheint uns auf die Schliche gekommen zu sein und intrigiert hinter Ihrem Ruecken.

Molinari: Wirr? Nun ja, ich habe da Geruechte ueber so eine Sache mit der Lautsprecheranlage gehoert. Leider habe ich das nicht persoenlich mitbekommen, ich war...aeh...indisponiert.

Schlappen: *Klirr* *Kicher* *Hicks*

(Molinari blickt leicht irritiert, Molten muss ein Lachen unterdruecken.)

Molten: Sicher nur boesartige Geruechte. Aber vielleicht auch nicht, wer weiss...?

(Schnelle Schritte. Wirr kommt den Weg entlang.)

Wirr: Botschafter! Botschafter! Lumpi, wo sind Sie? (sieht Molinari) Dem Schoepfer sei Dank, ich habe Sie gefunden. (sieht Molten) Lumpi, was tun Sie da? Haben wir nicht ausgemacht, dass Sie sich nie mehr alleine mit *dem da* treffen? Botschafter, Sie sind in Gefahr! (fasst Molinari am Arm und zieht in weg; zu Molten gewandt) Ich habe Sie durchschaut. Machen Sie sich keine Hoffnungen. Die dunkle Seite unterliegt immer. Haben Sie gehoert, Lord Va... Mr. Molten? *Immer*. Und meistens folgt die Strafe auf dem Fusse.

(Die beiden ZenDauri gehen. Molten bleibt einen Augenblick zurueck und laechelt Wirr boese nach. Dann geht er langsam einen anderen Weg entlang, scheinbar mit sich selbst redend.)

Molten: Jetzt sei nicht so nachtragend. Ich hab' dich schliesslich aus der Kloschuessel rausgezogen.

Schlappen: *KLIRR*

Molten: Weisst du eigentlich, wie schwer es fuer mich war, auf dieser verdammten Station 50 Liter Tinte herzubekommen? (Ploetzlich hinter ihm Schritte.)

Bekannte Stimmer (sehr weich): Mister Molten! Aber ich hatte ja keine Ahnung.

(Moltens Gesicht zeigt abgrundtiefes Entsetzen.)

Schlappen: *Klimper* *Rassel* *Kicher*

J´Gar: Wie ich sehe, lieben Sie auch romantische Spaziergaenge am fruehen Morgen. Darf ich Sie ein Stueck begleiten? Ich habe da drueben ein ganz *zauberhaftes* Plaetzchen entdeckt.


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